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Nationalpark Kellerwald-Edersee

Hessen

 

Mitten in Deutschland, südwestlich von Kassel, liegt ein in seiner Größe und Ursprünglichkeit für Deutschland außergewöhnlicher Buchenwald. Über 50 Berge und Kuppen prägen den großräumigen ruhigen Landschaftscharakter des Nationalparks Kellerwald-Edersee. Wie ein Buchenmeer präsentiert er sich dem Betrachter aus der Vogelperspektive, keine Straße und keine Siedlung zerschneidet die ausgedehnten alten Wälder. Immer wieder eröffnen sich dem Wanderer Ausblicke auf den gewundenen Edersee und seine weit in die Buchenwälder ragenden Buchten muten nahezu fjordartig an.

 

Buchenwaldtyp

Der Nationalpark Kellerwald-Edersee schützt auf 5.700 ha den für die deutschen Mittelgebirge typischen bodensauren Buchenwald auf Tonschiefer und Grauwacke – Gesteine, die vor rund 350 Millionen Jahren aus Bodensedimenten urzeitlicher Meere entstanden sind. Der vorherrschende Waldtyp ist der Hainsimsen-Buchenwald, oft in steinig-karger oder steiler Ausprägung. Über 40 % der Buchen sind älter als 120 Jahre. Auf mehr als 1.000 ha findet man Buchenwälder, die älter als 160 Jahre ­- teilweise bis zu 260 Jahre - und reich an Totholz sind.

 

Geschichte

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts siedlungsfern und gering erschlossen, dienten weite Teile der ausgedehnten Wälder den Fürsten zu Waldeck und Pyrmont als Hofjagdrevier. Die forstliche Nutzung des Waldes stand nicht im Vordergrund, auch wegen des schwierigen, teils steilen und felsigen Geländes. Die Vielfalt der Lebensräume für Tiere und Pflanzen führte dazu, dass das Gebiet bereits 1935 als Naturschutzgebiet vorgesehen war. In den folgenden Jahrzehnten wurde fast ein Drittel Zug um Zug aus der Nutzung genommen. 1990 wurde der über­wiegende Teil als Waldschutzgebiet ausgewiesen und 2004 schließlich zum Nationalpark erklärt. Seit dem 13.12.2010 ist der Nationalpark Kellerwald-Edersee als erster und einziger deutscher Nationalpark gemäß Kategorie II der IUCN-Richtlinien zertifiziert.

 

Lebensräume

An felsigen Steilhängen erreicht die Buche ihre natürliche Waldgrenze und bildet bizarre Waldbilder und urige, mystisch wirkende Baumgestalten. Man findet urige Buchen-Naturwaldreste, Eichen-Trockenwälder sowie Block- und Schluchtwälder. Etwa 800 reinste Quellen und Bäche, Felsfluren und Blockhalden bilden weitere wertvolle Lebensräume.  

 

Flora und Fauna

Das große Spektrum unterschiedlicher Lebensräume ist Grundlage für eine Vielzahl laubwald-typischer Lebensgemeinschaften mit zahlreichen seltenen Arten. Schwarzstorch, Uhu, Rotmilan, Wespenbussard und Hohltaube brüten im Nationalpark. Sechs Specht- und 16 Fledermausarten sind Beleg für den Strukturreichtum der alten Wälder. Seltene Käfer wie der Veilchenblaue Wurzelhalsschnellkäfer, die als Urwaldarten gelten und die Pfingstnelke, die 75% ihrer Weltverbreitung in Deutschland hat, zählen zu den herausragenden Besonderheiten.

 

Weltnaturerbegebiet

Das Weltnaturerbegebiet umfasste die repräsentativsten alten zusammenhängenden Kernflächen des Nationalparks werden. Ihre Größe beträgt 1.467 ha.

 

Weitere Informationen

Website des Nationalparks