Erweiterung der Welterbestätte

Am 7. Juli 2017 wurde das bestehende Welterbe "Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands" vom UNESCO-Komitee in Krakau erweitert. Es wurden 63 Buchenwälder in 10 europäischen Ländern in die Welterbeliste aufgenommen. Die erweiterte Welterbestätte trägt nun den Namen "Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas".

Dies ist ein beispielloser Erfolg für den Naturschutz. Nun können diese besonders wertvollen Buchenwälder, die es nur in Europa gibt, als Erbe der Menschheit für die Nachwelt erhalten werden. Unser Dank gilt dem engagierten Team aus Österreich, das die Vorarbeiten und die Koordination bei der Erweiterung für die gemeinsame Welterbestätte geleistet hat.

Ursprüngliche Buchenwälder gehen europaweit zunehmend verloren und sind mittlerweile eine Seltenheit geworden. Um den Schutz der letzten Reste einzigartiger alter europäischer Buchen(ur)wälder zu garantieren, hat das UNESCO-Komitee die bestehende Welterbestätte, zu denen auch fünf Wälder in Deutschland zählen, mit Buchenwäldern in Albanien, Belgien, Bulgarien, Kroatien, Italien, Österreich, Rumänien, Slowenien, Spanien und Ukraine vervollständigt. Die ausgewählten Gebiete repräsentieren weitere Varianten des europäischen Buchenwaldes, die in der bisherigen Welterbestätte nicht vertreten waren. Die einzelnen Teilgebiete variieren stark in ihrer Größe, von 6,5 ha eines atlantischen Buchenwaldes bei Brüssel bis hin zu 5.100 ha in den rumänischen Karpaten. Mit der Erweiterung um rund 58.000 ha sind in der jetzt 12 Staaten umfassenden Welterbestätte rund 92.000 ha Buchenwälder besonders geschützt.

· eine Tabelle mit den Größen und der Länderzugehörigkeit der neuen Teilgebiete

· eine Karte mit der Lage der Teilgebiete der Welterbestätte


Buchenurwälder der Karpaten

In den Bergen der Karpaten wachsen die letzten großflächigen und reinen Buchenurwälder Europas. Seit dem Ende der letzten Eiszeit verläuft die Waldentwicklung hier ungestört. Bis über 50 Meter hohe, mächtige  Buchen bestimmen die strukturreichen Waldbilder. Die Dynamik der Buchenurwälder, das natürliche Werden und Vergehen, vollzieht sich hier vom Menschen gänzlich unbeeinflusst. Wisent, Wolf, Elch und Bär sind Teil dieser faszinierenden Buchenwald-Wildnis. Die ganze Vielfalt an Arten, Strukturen und Prozessen hat sich erhalten. Weltweit gefährdete Tier-, Pilz- und Pflanzenarten konnten ihren natürlichen Genpool bewahren.

 

Seit 2007 sind zehn Teilgebiete in der Slowakischen Republik und der Ukraine als Weltnaturerbe "Primeval Beech Forests of the Carpathians" von der UNESCO anerkannt. Diese in montanen und subalpinen Höhenlagen von bis zu 1.940 Metern gelegenen Gebiete repräsentieren überwiegend den Typ der Gebirgsbuchenwälder.

 

 

Alte Buchenwälder Deutschlands

Mit der Erweiterung 2011 um die Buchenwälder in Deutschland repräsentierten die als Weltnaturerbe geschützten Gebiete die unterschiedlichen Formen und Standorte in allen Höhenstufen sowie ihre einzigartige Ausbreitungsgeschichte in der Nacheiszeit. 

Die deutschen Buchenwälder sind wesentlich jünger, nur wenige Teilabschnitte sind von menschlichem Einfluss weitgehend verschont geblieben. Sie beherbergen eine große Artenvielfalt. Buchenwälder mit einem hohen Anteil an alten Bäumen, stehendem sowie liegendem Totholz und natürlichen Höhlen bieten einen idealen Lebensraum für Höhlenbrüter, Fledermäuse und viele andere Lebewesen, die hier Brutraum und Unterschlupf finden. Ein wesentlicher Teil der Artenvielfalt kommt erst in den Altersphasen des Buchenwaldes zur ganzen Entfaltung. 

Die gemeinsame trinationale Welterbestätte hieß „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“.