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Kurzinformation zum Nationalpark Jasmund

28. Mai 2008

Der Nationalpark Jasmund wurde am 01.10.1990 gegründet. Schutzzweck ist es, die Vielfalt, Eigenart und Schönheit der in Europa einzigartigen Kreidelandschaft zu bewahren. Unverzichtbar für die biologische Artenvielfalt stellt der Nationalpark einen wichtigen Rückzugsraum für bedrohte heimische Arten dar.

Der Nationalpark Jasmund, der kleinste von insgesamt 14 Nationalparks in Deutschland, liegt auf der gleichnamigen Halbinsel im nordöstlichen Teil der Insel Rügen. Seine Gesamtfläche von 3003 ha gliedert sich in Wald (2123 ha), Ostsee (673 ha), Grünland (100 ha), aufgelassene Kreidebrüche (48,5 ha), Steilhänge an der Küste (23 ha) und sonstige Flächen (35,5 ha), wie z.B. Seen, Moore, Siedlungsfläche und Straßen.

Der auch als „Stubnitz" bezeichnete Rotbuchenwald wurde Jahrhunderte lang als Waldweide, zur Holzgewinnung und Holzkohleherstellung genutzt. Bereits 1935 wurde er größtenteils unter Schutz gestellt und soll sich nun wieder ungestört zu einem Naturwald entwickeln.

Die Ostseeküste zählt zu den letzten Naturlandschaften Mitteleuropas. Was von den Steilküsten durch das Meer abgetragen wird, lagert sich an den flachen Stränden wieder an. Im Schutz größerer Findlinge, wie z.B. an der Nordküste von Jasmund, können sich Salzwiesenfluren entwickeln, wie man sie sonst vor allem an der Nordsee vorfindet.

Die Kreidesteilhänge bilden einen der wenigen Brutplätze von Mauersegler und Hausrotschwanz außerhalb von menschlichen Siedlungen.

Auch die aufgelassenen Kreidegruben stellen wertvolle Lebensräume dar. Die sechs im NLP Jasmund befindlichen Kreidebrüche bieten einen speziellen Lebensraum, in dem einige vom Aussterben bedrohte Arten vorkommen wie der Große Händelwurz (Orchidee). Im Nationalpark wurden rund 22 verschiedene Orchideearten entdeckt.

Etwa die Hälfte der über 100 Moore kann als natürlich bzw. naturnah bezeichnet werden. Bemerkenswerte Tier- und Pflanzenarten finden hier ihren Lebensraum, z.B. der Nördliche Perlmuttfalter, Rundblättriger Sonnentau, Moos- und Krähenbeere, Pfeifen- und Wollgras sowie Lurche  und Kriechtiere.

Das weiße Gold Rügens, die Rügener Schreibkreide, ist 67 bis 70 Mio. Jahre alt und hat sich aus winzigen Kalkplättchen (Schalen) unzähliger Einzeller gebildet, die zu jener Zeit das Kreidemeer besiedelten. In diesen Kreideablagerungen sind noch heute verschiedene Fossilien und die durch Steinzeit-Werkzeuge bekannten Feuersteine zu finden. Eines der bekanntesten Wahrzeichen der Insel Rügen ist der 118 Meter hohe Königsstuhl, ein markanter Felsen an der insgesamt zwölf Kilometer langen Kreideküste.