Jasmund

Hier scheint der Buchenwald ins Meer zu stürzen. Tote Baumriesen liegen am steinigen Strand und erzeugen bizarre Bilder. Diese bezaubernde Kulisse zog schon Künstler der Romantik in ihren Bann: Der Kontrast zwischen den weißen Kreidefelsen, dem Grün der Buchen und dem blaugrünen Meer könnte spektakulärer nicht sein.

Steckbrief

  • UNESCO-Anerkennung: 2011
  • Schutzgebiet: Nationalpark Jasmund
  • Buchenwaldregion: Baltisch
  • Fläche: 492,5 ha
  • Anzahl Teilgebiete: 1
  • Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
  • Höhenstufe: planar (Tiefland, 60 – 161 m ü. NN)
  • Tiere: Seeadler, Wanderfalke, Mehlschwalbe, Rotbauchunke
  • Buchenwälder an den Kreidefelsen © Tilo Geisel
  • Freistehende Buche an der Steilküste © Tilo Geisel
  • Führung durch das Welterbe © H. Bärwald
  • Buchenwald direkt am Meer © Tilo Geisel
  • Pilze am Totholz © Tilo Geisel
  • Blick auf die Küste © I. Stodian
  • Naturerlebnis

    Auf ausgedehnten Wanderungen über den Hochuferweg kann die ganze Vielfalt und Schönheit des Gebietes erlebt werden. Die imposante Kulisse der Kreidefelsen und weite Blicke über die Ostsee verschaffen dem Wanderer ein unvergessliches Erlebnis. Im Nationalpark-Zentrum, unmittelbar am 118 Meter hoch aus dem Meer ragenden Königsstuhl, kann man in einer inter­aktiven Erlebnis­ausstellung mehr zur Geschichte der Landschaft und zur Lebensge­meinschaft des Buchenwaldes erfahren.

  • Lebensräume

    Der Nationalpark Jasmund weist durch die komplexe Wirkung von Klima, Relief und Boden ein außergewöhnlich breites Spektrum an Lebensräumen auf. Allein die Buchenwälder besiedeln in unterschiedlichen Varianten nährstoffarme bis nährstoffreiche und trockene bis frische Standorte auf Kreide sowie Gletscherablagerungen. Mosaikartig sind unterschiedliche Moortypen in den Wald eingebettet und die Kreidehochfläche ist von einem Netz aus Bachläufen durchzogen. Der Kreideblock von Jasmund wurde im Eiszeitalter mehrfach von Gletschern überfahren, aufgestaucht und gepresst. Mit Entwicklung der Ostsee entstand in der Nacheiszeit die von außerordentlicher Dynamik geprägte Kreideküste der steil aus dem Meer aufragenden Waldlandschaft.

  • Flora und Fauna

    Die Vielfalt von Lebensräumen ist Grundlage für einen großen Reichtum an Tier- und Pflanzenarten. Bemerkenswert sind der seltene Frauenschuh, der Riesenschachtelhalm und die Zwiebelzahnwurz. An den Hängen des Kreidekliffs brütet u. a. der Wanderfalke und die Mehlschwalbe siedelt in mehreren Kolonien. Auch der Seeadler ist regelmäßiger Brutvogel.

  • Buchenwaldtyp

    Jasmund repräsentiert die Buchenwälder des Tieflandes. In dem etwa 3.000 ha großen Schutzgebiet steht auf 2.100 ha der größte zusammenhängende Buchenwald an der Ostseeküste. Vorherrschender Waldtyp ist der baltische Waldgersten-Buchenwald. Er ist begleitet von Orchideen-Kalkbuchenwald auf Kreidesteilhängen, mit Eschen-Buchenwald in Bachtälern, mit Erlen, Quellsümpfen und Mooren. Der Buchenwald löst sich an den Kreidefelsen der Kliffhänge auf in ein dynamisches Mosaik aus offenen Bereichen, Gebüsch- und echtem Urwald. Aufgrund der Steilheit und Unzugänglichkeit wurden die Wälder an den Kliffhängen forstlich nie genutzt.

  • Geschichte

    Die Sorge, diese beeindruckende Landschaft könnte dem Kreideabbau zum Opfer fallen, führte bereits 1929 zur ersten Unterschutzstellung des Gebietes. Weitere Schutzverordnungen folgten 1935 und 1954. 1990 kam es schließlich zur Ausweisung als Nationalpark. Seitdem wurde der Wald nach und nach ganz seiner natürlichen Entwicklung überlassen.

Nationalparkamt Vorpommern
Im Forst 5
18375 Born a. Darß
Tel +49(0)38234 50-20
Fax -24
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Außenstelle Nationalpark Jasmund
Stubbenkammerstraße 1, 18546 Sassnitz
Tel. 038392 35011
Fax 038392 3501120
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Website des Schutzgebietes
www.nationalpark-jasmund.de