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Foto: Weltnaturerbe Buchenwälder, Grumsin
Unesco - Wir sind Europas Wildnis - Alte Buchenwälder und Buchenwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas
Foto: Weltnaturerbe Buchenwälder, Grumsin
Unesco - Wir sind Europas Wildnis - Alte Buchenwälder und Buchenwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas

Grumsin

Nordöstlich von Berlin gelegen ist der Buchenwald Grumsin seit Ende der 1980er Jahre forstwirtschaftlich ungenutzt und damit auf dem Weg zum Urwald von morgen. Als Teil einer Kernzone des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin verzaubert dieses Buchenrefugium mit stimmungsvollen Waldbildern zwischen gewässerreichen Senken und markanten Höhenzügen. Denn die Gletscher der letzten Eiszeit haben mit ihren gewaltigen Eismassen ein ausgeprägtes Relief geschaff en, auf dem sich ausgedehnte Wälder und weitreichendes Off enland erstrecken. Hier fühlen sich zahlreiche Arten wie Kranich, Wollgras, Schellente oder Moorfrosch, aber auch Käfer wie Eremit und Zangenbock Zuhause.

Steckbrief

  • UNESCO-Anerkennung: 2011
  • Schutzgebiet: UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin
  • Buchenwaldregion: Baltisch
  • Fläche: 590,1 ha
  • Anzahl Teilgebiete: 1
  • Bundesland: Brandenburg
  • Höhenstufe: planar (Tiefland, 84 – 139 m ü. NN)
  • Tiere: Seeadler, Fischadler, Waldwasserläufer, Zwergschnäpper, Großes Mausohr, Kranich, Schwarzstorch, Rauhautfledermaus
  • Rahmen - Hintergrund
    Rahmen - Zierleiste
    Kraniche © fairfilm
  • Rahmen - Hintergrund
    Rahmen - Zierleiste
    Kleingewässer und Buchenwald prägen den Grumsin © Tilo Geisel
  • Rahmen - Hintergrund
    Rahmen - Zierleiste
    © fairfilm
  • Rahmen - Hintergrund
    Rahmen - Zierleiste
    Stehendes und liegendes Totholz als Folge angestiegener Wasserstände. © Tilo Geisel
  • Rahmen - Hintergrund
    Rahmen - Zierleiste
    Stachelbart an liegendem Totholz © Michael Egidius Luthardt
  • Naturerlebnis

    Vier Wanderwege laden dazu ein, das Weltnaturerbe Buchenwald Grumsin zu entdecken. Die Wanderwege sind mit farbigen Buchenblättern in Gelb, Orange, Rot und Grün gekennzeichnet. Aus Rücksicht auf die Pflanzen und Tiere in dieser werdenden Wildnis dürfen die Wege nicht verlassen werden. Einen besonders tiefen Einblick in diesen Buchenwald und seine Historie bieten
    Führungen von fachkundigen Natur- und Landschaftsführenden. 

  • Lebensräume

    Vom Blocksberg mit knapp 140 Metern bis zu tiefen Senken mit sechs verschiedenen Seen, zahlreichen Mooren und Kleingewässern leben im Buchenwald Grumsin auf engstem Raum viele Tier- und Pflanzenarten zusammen. Das einzigartige Ensemble ist einer natürlichen Dynamik von Werden und Vergehen, von Moorbildung und Verlandung unterworfen. Der vorherrschende Waldökosystemtyp ist hier der Flattergras-Buchenwald.

  • Flora und Fauna

    Insgesamt sind mehr als 350 Pflanzenarten nachgewiesen, von denen zahlreiche sehr selten und bedroht sind, wie beispielsweise das Bleiche Waldvöglein. Erwähnenswert sind auch Wollgras, Schlammsegge, Sumpf-Porst, Fieberklee, Sumpf-Calla und Sumpf-Wasserfeder, die es nass mögen.

    Als Waldgebiet mit angrenzendem Off enland und Gewässerflächen bietet der Buchenwald Grumsin auch der Tierwelt eine optimale Lebensgrundlage. Hier befi nden sich wichtige Brutgebiete für Vogelarten wie Seeadler, Kranich, Schwarzspecht und Schwarzstorch. Gebietstypisch sind außerdem Schellente, Hohltaube, Grünspecht, Mittelspecht, Kleinspecht und Sumpfmeise. Der wachsende Altholzanteil durch Nutzungsfreiheit macht den hohen naturschutzfachlichen Wert des Buchenwaldes Grumsin aus. Hunderte Insektenarten wie beispielsweise Balkenschröter und Berliner Eckfl ügel-Prachtkäfer mögen die naturnahen Strukturen und das zahlreiche Totholz. Manche leben nur in der Borke, andere im trockenen Holz oder feuchten Mulm.

  • Buchenwaldtyp

    Er ist eines der wenigen naturnahen Beispiele für den basenreichen Tiefland-Buchenwaldtyp der Region „Mitteleuropäische Buchenwälder“ und eingebettet in das 6.100 Hektar große aturschutzgebiet „Grumsiner Forst / Redernswalde“. Die Geländeoberfläche des Grumsiner Buchenwaldes wurde vor 70.000 bis 12.000 Jahren während der Weichsel-Kaltzeit geprägt. In den tiefen Senken der Endmoränenzüge finden sich Seen sowie Verlandungs-, Kessel- und Versumpfungsmoore. An den Rändern der Gewässer werden die Buchen von Eschen, Moorbirken und Erlen abgelöst.
    Was neben dem ausgeprägten Relief von der Eiszeit zurückblieb, sind vor allem Sande und Lehme. Auf den meist frischen, relativ nährstoff reichen Böden kann sich die Buche optimal entfalten und überzieht die Hänge der jungen Endmoränenlandschaft.

  • Geschichte

    Der Buchenwald Grumsin ist ein alter Waldstandort. Funde menschlicher Ansiedlungen gibt es hier bereits aus der Jungstein- und der Bronzezeit (vor 10.000 Jahren), für das 12. und 13. Jahrhundert sind slawische Siedlungsplätze belegt. Ab dem 16. Jahrhundert wurde der Grumsin bis zur Wende 1990 überwiegend als Jagdgebiet genutzt, in dem auch Holzeinschlag in geringem Umfang stattfand. Der Wald verfügte um 1720 über eine natürliche Baumartenzusammensetzung mit dominierender Buche. Diese Dominanz besteht bis heute mit mehr als 160 Jahre alten Bäumen
    im ebenso alten fl ächendeckenden Laubwaldbestand.

Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin
Hoher Steinweg 5 - 6
16278 Angermünde
Tel +049(0)33 31 36 54 0
E-Mail schreiben