Hainich

Die ersten kräftigen Sonnenstrahlen im Frühjahr zaubern prächtige Blütenteppiche aus rosa-violettem Lerchensporn und weißen Bärlauchblüten auf den Waldboden. Dann schließen die uralten Buchen ihr Blätterdach. Doch das Leuchten kommt mit dem Herbst wieder: Die 30 unterschiedlichen Laubbaumarten ergeben ein spektakuläres Farbspiel.

Steckbrief

  • UNESCO-Anerkennung: 2011
  • Schutzgebiet: Nationalpark Hainich
  • Buchenwaldregion: Subatlantisch-hercynisch
  • Fläche: 1.573 ha
  • Anzahl Teilgebiete: 1
  • Bundesland: Thüringen
  • Höhenstufe: kollin-submontan (Mittelgebirge, 225 – 490 m ü. NN)
  • Tiere: Wildkatze, Bechsteinfledermaus, Mittelspecht
  • Urwald mitten in Deutschland © T. Geisel
  • Buschwindröschen © M. Hornschuh
  • Blick vom Baumkronenpfad © T. Geisel
  • Wildkatze © T. Stephan
  • Buntspecht © J. Blank
  • Zersetzung von Totholz © T. Stephan
  • Grauspecht © J. Blank
  • Waldkäuze © J. Blank
  • Naturerlebnis

    Der Nationalpark weist abwechslungsreiche Wanderwege und Erlebnispfade auf, die teilweise barrierefrei sind. Mehrere Ausstellungen vermitteln einen Eindruck von der Vielfalt der heimischen Laubwälder und ihrer Bewohner. Ein 500 Meter langer Baumkronenpfad bietet besonders spektakuläre Einblicke in den Lebensraum Wald. Im Wildkatzendorf Hütscheroda kann jeder Wildkatzen und Luchse beobachten. Das Welterbegebiet selbst, ist auf Wander- und Radwegen zu erleben. Rund um den Nationalpark gibt es fünf Nationalpark-Informationen. Sie sind ein idealer Startpunkt für Wanderungen.

  • Lebensräume

    Neben großflächigen Verbuschungsflächen weisen die Laubwälder mit ihrem hohen Totholzanteil einen außergewöhnlichen Arten- und Strukturreichtum auf. Der Hainich beeindruckt durch seine große Baumartenvielfalt und weist Kalk-Buchenwälder in einer Größe, Unzerschnittenheit und Ausprägung auf, wie sie an keiner anderen Stelle mehr zu finden sind.

  • Flora und Fauna

    Im Hainich sind neben den für Laubmischwälder typischen Pflanzen- und Tierarten auch sehr spezialisierte Arten zu finden. Wildkatze, Bechsteinfledermaus, Mittelspecht, hochgradig gefährdete Totholzkäfer, Orchideen und zahlreiche Pilzarten kommen hier vor. Auf den großen Verbuschungsflächen leben seltene Arten wie Braunkehlchen, Sperbergrasmücke, Neuntöter und Wendehals sowie zahllose Insektenarten.

  • Buchenwaldtyp

    Der Nationalpark Hainich schützt auf 7.500 ha den typischen Mittelgebirgsbuchenwald auf Kalkgestein. Der vorherrschende Waldtyp ist der Waldgersten-Buchenwald. Als Hauptbaumarten treten neben der Rotbuche vor allem Berg-Ahorn, Esche und Hainbuche in Erscheinung.

  • Geschichte

    Das Gebiet war jahrzehntelang militärisches Sperrgebiet. Große Bereiche des Waldes wurden daher kaum betreten. Waldbestände konnten sich dort seit vier Jahrzehnten ungestört entwickeln. Allerdings entstanden auch riesige Rodungsflächen, deren natürliche Wiederbewaldung heute auf beeindruckende Weise zu beobachten ist. Seit seiner Ausweisung 1997 findet keine Nutzung mehr statt, in Zentralbereichen sogar bereits seit rund 50 Jahren.

Nationalpark-Verwaltung
Bei der Marktkirche 9
99947 Bad Langensalza
Tel. 0361/57 3914 000
Fax 0361/57 3914 020
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Website des Schutzgebietes
www.nationalpark-hainich.de